Campertour durch Neuseeland - ein Paradies für Naturliebhaber

In 21 Tagen erkunden wir mit unserem rollenden Appartement die Highlights in Neuseeland, dem Naturparadies mit insgesamt 13 Nationalparks.

Anreise und Reiseplan

Mit Air New Zealand geht es für uns im März nach Neuseeland. Wir wählen den schnellsten Weg über Los Angeles nach Auckland und weiter mit einem Inlandsflug nach Christchurch. Da wir unsere Camper Tour durch Neuseeland im dortigen Spätsommer beginnen, starten wir auf der Südinsel. Die meisten Urlauber bereisen Neuseeland von Auckland nach Christchurch. Grundsätzlich ist es empfehlenswert die Reiserichtung vom Klima abhängig zu machen. Regelmässig gibt es auch attraktive Angebote für eine Campermiete von Süd nach Nord, so dass dies auch eine Überlegung bei der Urlaubsplanung wert ist. Alle diese Specials finden Sie immer aktuell auf meiner Website www.t-s-a.de. Hier finden Sie auch den passenden Camper für Ihre Wohnmobil Reise in Neuseeland. Der Vorteil an einer Campertour ist die Flexibilität, aber natürlich legen wir uns einen groben Reiseplan zurecht. Da wir nur 21 Tage zur Verfügung haben, begrenzen wir uns auf folgende Highlights, denn manchmal ist weniger mehr.

  •     Mount Cook
  •     Lake Wanaka
  •     Milford Sound
  •     Franz Josef und Fox Glacier
  •     Purnakaki Nationalpark
  •     Abel Tasman Nationalpark
  •     Tongariro Crossing
  •     Rotorua

Mein Tipp bei der Reiseplanung ist hierbei: ein Drittel Nordinsel, zwei Drittel Südinsel.
Neuseeland ist ein kühl gemässigtes Land und ins Gepäck gehört auch wärmende Funktionskleidung. Am besten fährt man mit dem Zwiebelprinzip, denn die Sommermonate können auch viele, warme Tage bereithalten. Letztendlich ist das Wetter grundsätzlich nicht berechenbar, aber auf der Südinsel lohnt es sich, sich bei Regen und Wolken nach dem Wetter auf der anderen Seite der Insel zu erkundigen, da die Alpen eine Art Wettergrenze bilden. Oftmals kann es wirklich sein, dass es auf der einen Seite regnet und auf der anderen die Sonne scheint. Die Südinsel lässt sich in 3-4 Stunden überqueren und man kann so, wenn man flexibel ist, dem schlechtem Wetter entfliehen.

Christchurch - Lake Tekapo - Mount Cook

Ausgangspunkt ist Christchurch. Am Nachmittag erkunden wir die kleine, überschaubare Stadt.
Aufgrund des Jetlags sind wir nach einer Hotelübernachtung am nächsten Tag sehr früh wach und können es kaum erwarten, unseren Camper zu übernehmen. Für diese Tour haben wir uns einen Hitop Camper gemietet, einen 2-Bett-Camper mit festem Hochdach ohne Dusche/WC. Nach einer Übernachtung am Lake Tekapo erreichen wir unser erstes Highlight. Vom Mount Cook Village aus machen wir eine schöne, ganztägige Wanderung. Die Natur und die Ruhe in dieser Gegend tun uns sehr gut. Die weiten Ebenen faszinieren uns und wir haben das Gefühl, Saurons Armee (Lord of the Rings) kommt gleich um die Ecke. Auf dem Rückweg haben wir dann Glück und der höchste Berg Neuseelands gibt den Gipfel, bis dato von einigen Wolken umhüllt, für ein Foto frei. Am Abend campen wir auf einem idyllischen, naturbelassenen Campingplatz nahe Mount Cook Village. Ein Motorradfahrerpaar mit Zelt sind unsere Nachbarn und wir staunen nicht schlecht: die Motorräder haben Deutsche Kennzeichen. Von Neugier getrieben gehen wir gleich rüber, stellen uns vor und fragen, ob Sie die Motorräder denn für eine Neuseelandtour rüber schiffen haben lassen. Aber nein, die zwei sind über die Türkei, den Iran, Thailand, Singapore, mit einer Schiffspassage nach Australien und einer weiteren nach Neuseeland mit dem eigenen Motorrad angereist. Neuseeland ist nach fast einem Jahr das Endziel der beiden und von dort aus fliegen sie mit den Motorrädern nach ein paar Wochen wieder nach Hause. Das ist ein weiterer Vorteil einer Campertour. Wenn man Zeit und Lust hat, kommt man mit anderen Reisenden ganz einfach und schnell in Kontakt. Auch sind viele Einheimische mit dem Camper unterwegs, so dass man auch über das Leben in Neuseeland lernt. Wir persönlich schätzen an dieser Reiseart vor allem, dass man auch noch am Abend so nah der Natur ist.
 

Lake Wanaka - mit Fahrradtour

Unser nächstes Ziel ist der Lake Wanaka. Dort leihen wir uns Fahrräder aus und machen eine ausgedehnte Tour. Ich fahre sehr gemütlich, da ich die Landschaft in vollen Zügen geniessen will, so dass meine Performance an dem Tag von meinem Mann wie folgt kommentiert wird: Du trittst gerade so fest in die Pedale, dass Du nicht umfällst :-). Der Fahrradverleih ist an vielen touristischen Orten möglich, denn Neuseeland ist nicht nur ein Wander- sondern auch ein Bikerparadies. Für Neuseeland-Urlauber, die ihre Reise auf´s Biken auslegen, gibt zum Bespiel folgende Option: Kunden, die einen Britz Camper Neuseeland gebucht haben, können ein Britz Mountain Bike oder ein Britz Hybrid Bike über den Vermieter Natural High auf Wunsch zusätzlich gegen aktuell ca. 13,00 Dollar pro Tag (Preis abhängig von der Mietdauer) mieten. Dies beinhaltet zusätzlich Helm, Flach-Pedale, Flaschenhalter, Gepäckträger, Reparaturset, Luftpumpe, Ersatzschlauch, Werkzeug, Schloss, Road Service. Desweiteren können für die grösseren Camper gegen Gebühr zusätzlich Fahrradständer gemietet werden. Parallel bietet die Campingplatzkette Top Ten Holiday Parks teilweise als Service für Ihre Kunden an, Mountain Bikes kostenlos zu mieten. Auch gibt es bei einigen touristischen Highlights die Möglichkeit bei Fahrradshops oder bei der Touristinfo sich Fahrräder für einen Ausflug auszuleihen. Am Abend geniessen wir in einem Restaurant die für Neuseeland bekannten Green Lip Mussels – für Muschelliebhaber ein wahrer Genuss. Mittlerweile ist unser Camper-Kochstudio ausgereift, aber wenn wir mal keine Zeit oder Lust zum Kochen haben oder es sich kulinarisch anbietet, gehen wir gerne auch mal ins Restaurant zum Essen.

Milford Sound - faszinierende Fjordlandschaften

Unser nächstes Highlight ist der Milford Sound. Um diese Fjordlandschaft hautnah geniessen zu können, buchen wir uns eine Segelkreuzfahrt mit einer Übernachtung an Bord. Weil wir es nicht besser wissen, lassen wir den Camper für eine Nacht auf einem Campingplatz in Te Anau stehen und fahren mit dem Reisebus direkt an den Abfahrtshafen. Mein Tipp: diese wunderschöne Panoramastrecke in eigener Regie zu fahren, damit man nach Belieben Fotostopps einlegen kann, um die sensationellen landschaftlichen Ausblicke und die frechen Keas zu knipsen. Den Camper kann man dann auch über Nacht am Hafen stehen lassen.
In dieser Gegend regnet es ca. 350 Tage im Jahr und auch am Tag vor der Kreuzfahrt regnete es in Te Anau so stark, dass wir unfreiwillig fast den ganzen Tag im Camper verbringen mussten.
Aber am Tag der Kreuzfahrt haben wir Glück: die Sonne strahlt und der Himmel ist blau und wir geniessen diese Schiffahrt mitten durch den Fjord sehr. Diese ist eine gute Möglichkeit, dieses Naturschauspiel hautnah zu erleben. Wir fahren direkt durch diese wunderschöne, zerklüftete Landschaft und passieren gigantische Wasserfälle und Seelöwen, die sich auf den Felsen sonnen.
Nach einer Übernachtung in unserer kleinen Schiffskabine fahren wir am nächsten Morgen bis zur stürmischen, tasmanischen See und cruisen dann zurück in den Hafen. Dort angekommen, haben wir Fotografenglück und können den viel fotografierten Mitre Peak im Sonnenschein für unser Fotoalbum festhalten.

Cruisen durch Neuseeland

Unsere Weiterfahrt führt uns entlang dem Lake Wakatipu, dem grössten See im Land der Kiwis. An diesem Tag ist es mild und diese wunderschöne Panoramastrecke am Ufer des Sees entlang, der von einer weitläufigen, friedlichen Bergwelt umschmeichelt wird, hat fast mediterranes Flair. Im Allgemeinen ist das Strassennetz in Neuseeland gut ausgebaut, aber für unsere Verhältnisse sind das Landstrassen. Die Reisegeschwindigkeit mit einem Camper liegt angenehm bei ca. 80 km/h. Es ist kaum Verkehr und somit sind auch längere Strecken in Neuseeland entspannt zu bewältigen. Das ist auch gut so, denn bei einer solchen Erkundungstour ist das Fahren ein grosser Bestandteil des Urlaubs, als nicht nur Mittel zum Zweck um von A nach B zu kommen. Ich empfinde die Fahrt dann auch eher als „Kino“, da die Fortbewegung ständig landschaftliche schöne Einblicke bringt und es auch zwischen Abfahrtsort und Tagesziel einige Stops zum Fotografieren, zum Verweilen oder sogar zu einer Wanderung oder Besichtigung gibt.

Die Gletscherwelten Neuseelands

Als nächsten Höhepunkt unserer Reise erwarten uns die Gletscherwelten Neuseelands - der Fox Glacier. Faszinierend wie der Gletscher bis ins Tal ausläuft und an den kühlgemässigten Regenwald grenzt. Dieser Regenwald hält übrigens an vielen Ecken unzählige Fotomotive bereit – die Farne, Moose und Flechten sind richtige Kunstwerke! Eine halbtägige Wanderung durch das geröllige Flusstal führt uns zur Moräne und auf die Gletschterzunge.
Mein Tipp: Ein Heliflug z.B. Flying Fox (Dauer 4 Stunden inklusive Hubschrauberflug). Ein Hubschrauber bringt einen auf einen abgelegenen und wenig begangenen Teils des Gletschers und der erfahrene Reise- und Wanderführer zeigt bizarre Felsformationen – ein traumhaftes Winterwonderland.

Die raue Westküste der Südinsel

Unser nächstes Ziel ist die raue Westküste. Dort übernachten wir direkt auf dem Campingplatz beim Purnakaki Nationalpark. Wir machen einen tollen Rundgang vorbei an diesen bizarren Küstenfelsen, die sich im Laufe der Zeit durch die Erosion gebildet haben und tatsächlich wie aufgestapelte Pfannkuchen aussehen und an manchen Stellen mit etwas Fantasie einen Indianer oder eine Maus erkennen lassen.
Auch der Strandspaziergang ist faszinierend. Am Kiesstrand wandern wir ausgiebig entlang, lassen uns die steife Brise um die Nase wehen und flüchten immer wieder vor den hereinbrechenden Wellen, um nasse Füsse zu vermeiden. Zwischen den Kieselsteinen finde ich unzählige kleine Jadesteine und sammle sie wie Muscheln ein. Als ich aber zurück von unserer Wanderung dann im Reiseführer lese, dass man das nicht soll, da das gemäß Maoriglaube Unglück bringt, gehe ich noch einmal zum Strand zurück und gebe meine grünen Souvenirs wieder der Natur zurück.

Abel Tasman Nationalpark

Nach einer weiteren Fahrtstrecke steht der Abel Tasman Nationalpark, an der Nordseite der Südinsel. Im Rückblick eines meiner persönlichen Highlights. Wir kommen am frühen Nachmittag an und mieten uns gleich ein Kanu. Unsere mehrstündige Tour führt uns unter anderem direkt am berühmten Split Apple vorbei.
In Neuseeland gibt es unzählige, sensationelle Wanderungen, wobei einige nur mehrtägig sind. Diese Zeit haben wir leider nicht, aber hier im Abel Tasman Nationalpark hat man dafür eine gut organisierte Lösung. Man wird vom Wassertaxi am Endziel der Wanderung ausgesetzt und kann je nach Zeit, Lust und Kondition an verschiedenen Punkten zu gewissen Abfahrtszeiten wieder für eine Rückfahrt zum Campingplatz zusteigen. Die sensationelle Wanderung am Meer entlang hält immer wieder tolle Einblicke auf Traumbuchten bereit und führt auch in den Küstenregenwald, wobei wir auch über eine abenteuerliche Hängebrücke müssen, um eine Schlucht zu überqueren. Alles in allem eine abwechslungsreiche, gut zu bewältigende Wanderung, die nach eigenem Belieben bis zu einem Tagesmarsch ausgedehnt werden kann.

Rotorua - Geothermische Aktivitäten und Maori Kultur

Mit der Fähre geht es dann für uns von der Südinsel zur Nordinsel. Die Überfahrt von Picton nach Wellington dauert ca. 3 Stunden und es gibt täglich mehrere Abfahrten. Ich empfehle aufgrund des Erlebniswertes eine Überfahrt am Tage. In den Sommermonaten sollte man die frequentierte Fährüberfahrt auf jeden Fall vorbuchen. Als nächstes steht natürlich auch Rotorua auf unserem Reiseplan.
Die Stadt Rotorua befindet sich direkt an der Südküste des Lake Rotorua. Die Stadt ist sehr touristisch, aber dennoch sehenswert. Wir besuchen die wichtigsten Attraktionen: den Pohutu Geysir, die Thermalfelder von Whakarewarewa nahe der Stadt und die Schnitz- und Kunstakademie der Maori. Hier kann man auch ein Versammlungshaus und ein historisches Kriegskanu der Maori sehen oder an einem kulturellen Abend teilnehmen, um mehr über die Geschichte und das Leben der Maori zu erfahren. Am Abend machen wir noch einen Spaziergang. Bei Dunkelheit sieht man dann erst richtig, wie es aus jedem Gullideckel qualmt und natürlich typisch nach Schwefel stinkt. „Tongariro Crossing“ gilt als einer der schönsten Wanderungen und steht auch auf unserer What to do Liste. Leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und wir können diese Wanderung leider nicht unternehmen. Es heisst ja immer, es gibt kein schlechtes Wetter nur schlechte Kleidung, aber in diesem Fall stimmt das nicht und ich ärgere mich über diese verpasste Erlebnistour.

Halbinsel Coromandel und Auckland

Schönstes Wetter erwartet uns dann dafür im Anschluss auf der Coromandel Halbinsel. Die hügelige, dicht bewachsene Halbinsel ist auf jeden Fall ein Abstecher wert. Wir besuchen unter anderem uralte Kauri Bäume, den Hot Water Beach und Cathedral Cove.
Nach zwei Tagen voll gepackt mit weiteren tollen Eindrücken und Erlebnissen erreichen wir schon unser Endziel Auckland. Nach soviel Ruhe und Weite in der Natur ist jede Grossstadt für mich erst einmal gewöhnungsbedürftig. Wir machen mit einem Hop-on-Hopp-off Bus eine Stadtrundfahrt und erkunden die Sehenswürdigkeiten der City of Sails.
In Erinnerung bleiben uns von Auckland die vielen erloschenen Vulkane, vor allem der Mount Eden, von dem man einen herrlichen Rundblick hat, der Skytower mit seiner spannenden Aussichtsplattform und das schöne Hafenbecken.


Fazit unserer Campertour durch Neuseeland

Von Neuseeland haben wir wirklich nur einen Bruchteil gesehen.
Ich hatte diese Reisedestination letztendlich auch unterschätzt, da ich dachte, das ist doch eine Mischung aus Irland, Norwegen und der Schweiz und das haben wir doch hier vor der eigenen Haustür.
Aber ich wurde eines besseren belehrt: klar, es ist eine Mischung aus diesen Landschaftsformen von grasgrünen Hügeln, Alpen bis hin zu Fjorden und rauer Küsten, aber halt alles hoch zehn und auf engstem Raum – teilweise fliessend ineinander. Aufgewertet wird das Ganze dann noch durch die Weite (mehr Schafe, als Menschen), die interessante Fauna und Flora und die natürliche, offene Art der Kiwis.
Mein Fazit: das nächste Mal gehen wir für mindestens 21 Tage nach Neuseeland, denn auch für die 2. Reise gibt es noch viel zu tun und zu sehen. Ausserdem würde ich dann einen Camper mit Dusche/WC mieten, da man zum einem aufgrund des teilweise kühleren Klimas mehr Zeit im Camper verbringt und zum anderen autark ist und somit auf den landschaftlich wunderschön gelegenen DOC Campingplätzen übernachten kann. Diese Plätze werden vom DOC = Departement of Conservation gemanagt und geben einem das Gefühl von Freedom Camping. Eine Übersicht der DOC Campingplätze finden Sie Im Internet auf der Seite des Departement of Conservation unter der Rubrik Parks and Recreation / Conservation Campsite by region.

 

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