Gourmetreise durch Neuseeland

Bodenständig und saisonal, mit regionalern Produkten und ganz viel Fingerspitzengefühl. Feinschmecker finden in Neuseeland das Schlaraffenland

Homemade – hausgemacht verspricht eine kleine Schiefertafel am Holzzaun der Schaffarm. Und wenn man sich so umblickt und bis zum Horizont nur grüne weiden mit den weißen Wattehäufchen der Schafe sieht, dann glaubt man diesem Schild sofort. Was, wenn nicht Hausgemachtes, soll man in dieser Einsamkeit essen? Was zunächst einfach nur pragmatisch erscheint, bekommt auf den zweiten eine völlig andere Bedeutung. Feinschmeckerkreise schwärmen schon länger von Gourmetreisen in Neuseeland, denn selbstgemachte Produkte, am liebsten aus der Region wenn nicht vom eigenen Hof oder aus dem Garten, sind oft eine Selbstverständlichkeit.


Hausgemachtes und Spitzenköche
Und so offenbart sich in dem kleinen privaten Hofladen eigentlich ein Delikatessengeschäft. Birnenchutney, Beerenkonfitüre mit Schuss, kleine Nusskekse in schleifenverschlossenen Tütchen, cremiger Schafsjoghurt…. Die Regale biegen sich unter einer kleinen, feinen Auswahl. Selbst, wenn das Handgepäck nur wenige Mitbringsel zulässt: Der große Reiz von Neuseelands Küche liegt ohnehin darin, sie auf einer Gourmetreise vor Ort zu genießen. Spitzenköche aus aller Welt haben auf neuseeländischem Boden ihre Zelte aufgeschlagen und jeder profitiert vom kulinarischen Rohstoffreichtum der Inseln auf seine ganz eigene Art und Weise. Marin Bosler beispielsweise ist weit über Wellington hinaus für seinen zarten Blue Nose Fish bekannt. Selbst viele Luxuslodges halten sich ganz großmütterlich einen eigenen Gemüsegarten. So, wie die Otahuana Lodge, deren Potager Garden die Köche zu so manch spontanem Menü inspiriert. In den Garten gehen, gucken, ernten und kochen – so, wie es eigentlich sinnvoll und unerreicht delikat ist. Denn auch Sterneküche ist nur so gut wie ihre Zutaten.


Gourmetküche nicht nur im Restaurant
Doch eine Gourmetreise führt hier keineswegs nur durch die sternedekorierten Restaurants. Mitten im Nirgendwo kochen Anne und Tom so, wie sie es auch für ihre Familie seit Jahren tun: Mit dem, was gerade im Garten wächst und mit viel Fingerspitzengefühl. Wer zu Gast ist in diesen familiengeführten Lodges und mit am Tisch sitzt, wird vielleicht den besten Lammbraten seines Lebens bekommen. Mit Stampfkartoffeln à la Anne, die alles in den Schatten stellen. Neuseeland ist auch berühmt für seine Krabben – Clams. Die nur so cremig und zart werden, wenn sie richtig zubereitet sind: sehr schnell und sehr heiß. Im Wok zum Beispiel, mit Weißwein und Kokosmilch.


Frischer geht’s nicht
Überraschend ist die Frische und Saisonalität neuseeländischer Produkte. Die berüchtigten Erdbeeren neben Schokoladennikoläusen wie bei uns sucht man bei den Kiwis vergeblich. Feinschmecker werden eben genau das auf den Speisekarten finden, was gerade wächst oder besonders reif ist. Belohnt wird die Geduld und Flexibilität mit kulinarischen Geschmacksexplosionen. Zu testen, auch ohne weite Reise, vom 10. Bis 14. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse im Rahmen des Kulinarischen Festivals.
 

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