Queen Charlotte Track – Ein Abenteuer für die ganze Familie

Der “Queen Charlotte” Wanderweg befindet sich an der Spitze der Südinsel und bietet atemberaubende Aussichten auf die Queen Charlotte und Kenepuru Sound

In diesem Sommer haben wir unsere Entscheidung ziemlich schnell getroffen: Wir wollen zu den kalten Gewässer vom Queen Charlotte Sounds.

Und wie können wir diese am Besten erkunden? – Zu Fuss!

Unsere zwei liebevollen Kinder haben jede Menge Energie und man kann nicht bestreiten, dass Daniel und Ich lange herumsitzen können. Deswegen war es wichtig für uns, unseren Urlaub so zu planen das alle Familien Mitglieder glücklich bleiben.

Eine 71km lange Wanderung hörte sich wie die perfekte Lösung an, plus ein Wasser Taxi, das unsere Ausrüstung von einem Campingplatz zum anderen bringt sodass wir nicht zu viel schleppen müssen.

Zudem war das Wasser Taxi auch ein kleiner Joker für uns, falls eines unserer Kinder krank werden würden oder das Wetter den Ausflug für die Kleinen beeinträchtigen würde.

Das Familienabenteuer

Wir lieben es mit unseren Kindern wandern zu gehen, und unsere Kinder können sich nichts besseres vorstellen als mit anderen Kindern wander zu gehen.

Somit haben wir beschlossen uns mit einer anderen Familie zu verbünden und unser Abenteuer zu planen.

Da wir auf den meisten Campingplätzen nur eine Nacht verbringen wollten haben wir beschlossen zwei 2-Personen Zelte  pro Familie mitzunehmen. Ausserdem war das die beste Möglichkeit den Mädels und Jungs mal beizubringen wie man ein Zelt aufschlägt und wieder zusammenbaut und den Grund dahinter zu  erklären warum man seine Wanderschuhe lieber im Vorraum last.

Lasst uns das Abenteuer beginnen…

Die Begeisterung war rießig als wir uns am Wasser Taxi getroffen haben um unser Abenteuer mit einer Bootstour zu starten.
Um ehrlich zu sein, konnten wir unsere Kinder beim ersten Abschnitt der Wanderung (Ship Cove) kaum sehen, da von einem Hügel zum anderen gesprungen wurde, diskutiert wurde wer als nächstes die Gruppe anführen durfte und der beste Wanderstock gesucht wurde.

Die Bitten nach kleinen Snacks waren schonungslos, und haben mich in Unruhe gebracht da ich befürchtet hab zu wenig eingeplant zu haben.

Die freundlichen Wekas (Neuseeländischer flugunfähiger Vogel) haben uns ziemlich bespaßt da sie versucht haben in jeden offenen Rucksack nach Essbarem zu stöbern wann immer wir eine Pause gemacht haben.

Am Nachmittag haben wir die Furneaux Lodge erreicht. Das ruhige Wasser und die entspannte Atmosphere an diesem Platz haben uns direkt eingefangen und uns davon abgehalten das Zelt aufschlagen zu überstürzen. Deshalb sind wir zu aller Erst schwimmen geganngen und haben uns danach ein Glas Wein gegönnt.

Jetzt wird unser Schlafplatz aufgebaut!

Als es losging und hieß “Jetzt wird unser Schlafplatz aufgebaut” gab es erst mal ein paar Unterrichtsstunden über “Wie entscheide ich mich für den besten Zeltplatz?”und “Wie baue ich mein Zelt am Besten auf?”.

Nachdem die Zelte soweit sicher standen wurden alle Hände wieder für etwas anderes gebraucht: zum Kochen. Das Essen am ersten Tag jeglicher Wanderung ist immer besser als die anderen, somit war die Kombination von frisch ausgegrabenen Kartoffeln und  frischen Erbsen mit Lamm das perfekte Dinner für den Start.
Wenn man auf so einer Wanderung locker eine Kühltsche mit sich tragen kann wäre man ja verrückt wenn man Trockenfutter essen würde. Dafür gibt es noch genug Zeit wenn man auf viel abgelegeneren Plätzen ist.

Der nächste Morgen war ziemlich gelassen bis einer von den Wanderern, die spät in der Nacht ankamen, uns gefragt haben wann das Wasser Taxi am Anlegesteg sei um die Ausrüstung abzuholen und ob es möglich sei zu fragen ob das Boat warten kann da sie spät dran seien. Wir beruhigten die Wanderer und versicherten, dass das Taxi nicht vor 9 Uhr die Anlegestelle verlässt. In dem gleichen Moment ist uns allen der verwirrte Blick der Wanderer aufgefallen, was uns stutzig gemacht hat und einer von uns direkt eine Uhr rausgeholt hat (alle Handys waren ausgeschaltet).

Ab diesem Zeitpunkt haben wir die “NOT für Handlung” festgestellt.

Tag 3

Nach der 2ten Nacht waren die Kinder fähig ihre Zelte ohne Hilfe aufzubauen und waren sogar müde genug um mit dem Flüstern bis Mitten in die Nacht aufzuhören.

Tag Nummer 3 erforderte einen frühen Start in den Morgen, da die Tage sehr heiss waren und wir einen 8-9 stündigen Wanderweg ohne Schwimmmöglichkeiten vor uns hatten. Das war der Tag an dem wir damit gerechnet haben das unsere 6-Jährige Tochter mit Mutti das Wasser Taxi nutzen muss, aber sie war vollkommen fit und tapfer. Wir mussten sie noch nicht mal auf den Huckepack nehmen, worauf wir uns eingestellt haben und absichtlich nur ein Rucksack mitgenommen haben.


Der Tag begann zu dämmern, und eine kühlere Brise machte sich auf den Weg, was das Klettern um einiges angenehmer machte. Die Pausenabstände wurden eingehalten und hin und wieder einige Geplapper Minuten eingelegt.

Auf dem Weg gab es von anderen Wanderern viele Komplimente für die Kleinen und somit ein bisschen mehr Motivation durchzuhalten.

Die “Walkers Lodge” in Portage war nach 8, 5 Stunden Wanderung eine Willkommens Sehenswürdigkeit, ein Geschenk Gottes. In der letzten Stunde vor Ankunft gab es zwar ein bisschen Gejammere und Nörgelei aber das war gleich wieder vergessen sobald alle ihre Betten beziehen konnten.

Walkers Lodge

Wir haben 2 Nächte in der Walkers Lodge eingeplant damit die Kinder sich von den langen Tagen und Strapazen erholen konnten.

Es wurde gemunkelt das wir an diesen Tagen Kajaken oder Schwimmen gehen werden, aber bedauerlicherweise hat das Wetter nicht so mitgespielt wie wir wünschten. Trotzdessen, haben wir eine Beschäftigung gefunden und uns einfach gemütlich in die Couch fallen lassen und das Wetter beobachtet.

Was ein Spaß – Mistletoe Bay

Unser nächster Stopp: Mistletoe Bay und nur 4 Stunden von Portage entfernt.

Die Kinder waren mal wieder voller Energie und hüpften durch die Gegend und ahmten Tarzan nach, während wir uns auf dem Weg zum Wasserufer machten. Dieser überdachte und wunderschöne Campingplatz ist bekannt für die Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit.


Die Zelte wurden in Rekordzeit aufgebaut, sodas jeder sofort ins Wasser springen konnte. Die Kinder haben diese Chance genutzt und haben  Kajaks ausgeliehen und sind am späten Nachmittag paddelnd auf Erkundungstour geganngen. Das ruhige Wasser der Bucht war genau wie dafür gemacht.

In der Zeit haben ein paar von den Erwachsenen die Zeit genutzt und sind laufen geganngen.

Das Beste an Kindern ist, dass sie denken das ihre Eltern nie müde sein können, somit wurde nach dem 25km Lauf eine Runde Frisbee gespielt, wo nicht nur wilde Würfe von den Kindern kamen sondern auch von den Erwachsenen.

An der Ziellinie

Am letzten Tag machten sich die Mütter mit den Kindern auf den Weg anch Anakiwa während die Väter in der Sonne entspannten und dann mit der ganzen Ausrüstung das Wasser Taxi nach Picton nahmen.

Von Picton fuhren sie dann mit dem Auto nach Anakiwa um uns abzuholen.

Nachdem die Wanderung zu Ende war, wurde erstmal abgeklatscht.

Ein 72km lange Wanderung und jede Menge wundervoller Momente die wir nie vergessen werden.

Es war ein relativ “mildes” Abenteuer aber wir haben genau das erreicht was wir erreichen wollten: Die Kinder mit der Natur verbinden, ihre Leidenschaft fürs Wandern erwecken und die Erwachsenen hatten die Chance sich von der Arbeit zu erholen.

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