Frühe Siedler
Vor dem Jahre 1840 kamen hauptsächlich Wal- und Robbenfänger sowie Missionare nach Neuseeland. Diese Siedler hatten viel Umgang mit den Maori, insbesondere in den Küstengebieten. Maori und Pakeha (Europäer) betrieben ausgiebig Handel und einige Europäer lebten mit den Maori zusammen.
Waffenhandel
Vor 1840 lebten ungefähr 2000 Pakeha (Europäer) in Neuseeland, die meisten davon in der Bay of Islands. Zu dieser Zeit gab es häufig Kriege zwischen den verschiedenen Maoristämmen und die Einführung von Gewehren - die durch den Handel der Maori mit den Pakeha zustande kam - machte diese tödlich. Dies und Krankheiten, die von den Pakeha mitgebracht wurden, hatten schreckliche Folgen für die Maoribevölkerung, deren Population fortan stetig abnahm.
Koloniale Welle
Mit der Unterzeichnung des Vertrages von Waitangi in 1840 wurde Neuseeland zur britischen Kolonie. Dadurch gab es eine Welle britischer Migranten nach Neuseeland. Viele liessen sich ihre Überfahrt von kolonialen Unternehmungen bezahlen. Die systematische koloniale Besiedlung Neuseelands basierte im Wesentlichen auf der Idee von Edward Gibbon Wakefield, der meinte, die koloniale Besiedlung sollte nach den Strukturen der britischen Gesellschaft erfolgen. Viele Städte und Dörfer Neuseelands wurden in diesem Sinne gegründet und besiedelt. Die Siedlungen selber sollten zivilisiert und unabhängig sein, mit kleinen Bauern, die ihr Land bewirtschaften und in Frieden mit den Einheimischen leben.
Landstreitigkeiten
Als immer mehr Einwanderer eintrafen und weiteres Land beanspruchten kam es immer öfter zu Streitereien mit den Maori. Die Unklarheiten und die mangelnde Einhaltung des Vertrages von Waitangi führte zu wachsenden Missständen und Auseinandersetzungen häuften sich. Diese wandelten sich Mitte der 1840er Jahre zu einem maßstäblichen Krieg in Northland und in den 1860ern in den übrigen Landesteilen. Britische Truppen wie auch einige Maori halfen den kolonialen Streitkräften Neuseelands bei diesen Konflikten.
Schrumpfende Zahlen
Bei den Landkriegen gingen die Maori oft als Sieger hervor. Vorfälle wie die Verteidigung des Ohaewai Pa in Northland zeigten, dass die Militärtechnik der Maori durchdacht und den Pakeha häufig überlegen war. Dennoch konnten sie am Ende gegenüber der Stärke und hohen Anzahl der kolonialen Streitkräfte nicht bestehen. Wenig später konfiszierte die Regierung weite Teile der Ländereien der Maori einschliesslich erstklassigem Farmland in Waikato und Taranaki. Durch den bedeutenden Verlust des Landes, kombiniert mit weiteren Todesopfern durch Krankheiten, schrumpfte die Maori-Bevölkerung sehr stark, bis sie in 1900 nur noch bei 40,000 lag.
Koloniale Bindungen
Im 19. und zu großen Teilen im 20. Jahrhundert hatte das Heimatland Großbritannien einen enormen Einfluss auf Neuseeland. Regierung, Bildung und Kultur basierten weitgehend auf britischen Modellen. Neuseelands Truppen wurden im Burenkrieg und in den zwei Weltkriegen eingesetzt und erlitten schwere Verluste. Wie der Premierminister Michael Savage 1939 feststellte: where she [England] goes, we go, where she stands, we stand.
Ein neuer Partner
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb es bei der starken kulturellen Bindung zu Großbritannien. Allerdings sah die neuseeländische Regierung zunehmend einen Verbündeten und Protektoren in den Vereinigten Staaten. Neuseeland unterzeichnete die gemeinsame SEATO (South-East Asia Treaty Organisation) und den ANZUS (Australia, New Zealand, and United States) Pakt. In den Kriegen in Korea und Vietnam verbündeten sich neuseeländische Truppen mit US-Streitkräften.
In Richtung Republik?
Obwohl Neuseeland noch immer sehr unter dem Einfluss seines kolonialen Erbes steht, hat das Land heute einen ausgeprägten Sinn für seine eigene Identität. Noch immer ist das Land Mitglied des Commonwealth und unterhält enge, freundschaftliche Beziehungen zu den USA, und doch hat Neuseeland heute eine eher unabhängige Handels- und Aussenpolitik. Seit Mitte der 1980er Jahre ist Neuseeland nuklearfreie Zone und das Militär konzentriert sich vor allem auf Peacekeeping-Einsätze in der Pazifischen Region. Selbst konservative Politiker sprechen in diesen Zeiten offen über die Möglichkeit, Neuseeland letztendlich zur Republik zu machen was bis vor kurzem noch undenkbar gewesen wäre.
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| Das historische Vulcan Hotel in der Goldgräberstadt St Bathans in Central Otago. |
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