Bevölkerung Neuseelands: Die Maori

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Die Urbevölkerung Neuseelands kam vor tausend Jahren von den tropischen Inseln Polynesiens und besiedelte das Land.

Die Urbevölkerung Neuseelands (tangata whenua)

Die Urbevölkerung Neuseelands kam vor 1000 Jahren von den tropischen Inseln Polynesiens und besiedelte das Land. Die Anpassung an Neuseeland formte ihr Denken und ihre Anschauungen, bis sie schließlich Te Māori wurden, ein Volk, dessen Kultur sich deutlich von der anderer polynesischer Kulturen unterscheidet.

Der mündlichen Überlieferung der Māori zufolge war Kupe der erste Entdecker Neuseelands. Er und sein Gefährte Ngahue führten zwei Kanus (waka) an, Matahorua und Tawiri-rangi, und segelten von Hawaiki aus nach Süden, um zu sehen, was sich hinter dem Horizont verbarg.

Das erste Anzeichen, das auf eine größere Landmasse hindeutete, war eine weiße Wolke in der Ferne. Als sie diese erblickte, rief Kupes Frau Hine-te-aparangi: „He ao he ao! He aotea! He aotearoa.“ („Eine Wolke! eine Wolke! Eine weiße Wolke! Eine lange weiße Wolke!“). Und so nannten sie das Land Aotearoa, das Land der langen weißen Wolke. Nach der Umsegelung der Nord- und Südinsel von Aotearoa kehrten Kupe und seine Mannschaft mit einigen Schätzen des neu entdeckten Landes, wie z.B. konserviertem Moa-Fleisch und neuseeländischer Jade (greenstone oder pounamu) nach Hawaiki zurück.

Die Geschichten von Kupes abenteuerlicher Reise und anderen Unterfangen wurden in Form von Erzählungen und Liedern von Generation zu Generation weitergereicht. Als Fehden und Krieg in Hawaiki ausbrachen, beschlossen mehrere Gruppen, ihre Heimat zu verlassen und nach Süden zu segeln, um sich in dem Land niederzulassen, das ihr Vorfahr Kupe entdeckt hatte. Eine an der Massey University durchgeführte Analyse der DNA moderner Maori bestätigt diesen Mythos.

Māori leben heute überall in Neuseeland, und viele von ihnen sind aktiv an der Aufrechterhaltung ihrer Kultur und Sprache beteiligt. Den Mittelpunkt des gesellschaftlichen, kulturellen und geistigen Lebens der Maori stellt der Versammlungsplatz (marae) dar. Auf diesem „Gemeindeplatz“ stehen das Gemeindehaus (wharenui) und der Speisesaal (wharekai).

Die Identität eines Māori wird durch seine Zugehörigkeit zu einem Stamm (iwi), einem Unterstamm (hapu), einem Berg (maunga) und einem Fluss (awa) bestimmt. Whanau ist die Bezeichnung für Familie. Der Begriff umfasst die Kleinfamilie ebenso wie alle anderen Blutsverwandten und angeheirateten Verwandten.

Die Eröffnung von Kindergärten, in denen Māori gesprochen wird (kohanga reo = Sprachnest), hat in den letzten Jahren zur Wiederbelebung der Sprache beigetragen. In den Kohanga reo werden die Kinder ermutigt, Maori zu sprechen. Grund- und Sekundärschulen können auf dieser frühen Spracherlernung aufbauen und Māori in den Lehrplan aufnehmen

Die Tradition der mündlichen Überlieferung, das Erzählen von Geschichten, Mythen und Legenden, ist auch heute noch lebendig. Auf dem marae reicht die ältere Generation der jüngeren die Überlieferungen des Stammes, Umgangsformen und Genealogie weiter. Sie erzählen auch Geschichten, die die Grundlage der Weltanschauung der Māori bilden. Dazu gehört auch die Geschichte von Maui, der die Nordinsel aus dem Meer fischte und die Geschichte, wie der Sattelvogel seinen Namen erhielt.

Auch traditionelle Holzschnitzer tragen zur Erhaltung der Kultur der Māori bei, indem sie raffinierte Kunstwerke schaffen, die der Geschichte des Volkes Respekt zollen. Jedes Kunstwerk erzählt eine Geschichte, die von den Eingeweihten entziffert werden kann. Die Kopfformen, Körperlagen und Oberflächenmuster sind aufeinander abgestimmt, um Ereignisse festzuhalten und ihrer zu gedenken

Die traditionellen Anschauungen der Māori werden auch von heutigen Führungspersönlichkeiten Neuseelands anerkannt und respektiert. Erst vor kurzem wurde ein Straßenbauprojekt abgeändert, um die Ruhe des einäugigen Ungeheuers Karutahi nicht zu stören. Ursprünglich sollte die Straße durch das Sumpfgebiet führen, in dem das mythische Wasserwesen (taniwha) laut Überlieferung lebt. Der Überlieferung des in der Gegend angesiedelten Stammes Ngati Naho zufolge lebt das Tier das halbe Jahr hindurch in diesem Sumpfgebiet. Während der Zeit der Fluten hat es sein Zuhause im Fluss Waikato. Transit New Zealand, das staatliche Straßenbauunternehmen, änderte seine Pläne, um diese historische Stätte zu schützen.

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