Wandern in Neuseeland

Schon mal was von den titiwai gehört? Nein? Dann sollten Sie sich vielleicht auf Wanderschaft in Neuseelands Märchenwälder begeben…

Es ist stockdunkel. So dunkel, dass man wirklich nicht die Hand vor Augen sieht. Eine neuseeländische Neumondnacht, in der eine kleine Gruppe von der Bay of Many Coves aufbricht in den uralten Wald. Der Guide lässt die Taschenlampe aufblitzen und drückt jedem der Gäste eine eigene in die Hand. Gemeinsam brechen sie auf zu einer ganz besonderen Wanderung. Zu den titiwai – den „Über dem Wasser Schwebenden“, was das Maori-Wort übersetzt bedeutet.


Unterwegs in der Dunkelheit
Der Trampelpfad führt von der Zufahrt der Lodge aus in die raschelnde, knisternde Finsternis der Bäume. Sobald die letzten Lichter der Lodge hinter Farnen verschwinden, verschwindet auch jeglicher Gedanke an den Luxus, den die Gäste dort genießen. Die Lichtkegel der Taschenlampen hüpfen über Wurzeln und Zweige, es duftet nach Moos, Harz, Holz und Wasser. Das dichte Grün verschluckt das Rascheln der 10 Füße, die sich ihren Weg Richtung Fluss bahnen. Urplötzlich bleibt der Guide stehen und bedeutet seinen Schützlingen, die Lampen auszuschalten. Was, hier mitten in der Dunkelheit? Ja. Denn wer sich jetzt ganz vorsichtig bewegt, kann sie sehen, die titiwai.


Tanzende Lichter
Winzige, grünlich schimmernde Lichter tanzen durch das lange Gras am Flussufer. Glühwürmchen! Tausende, die hier um die Gunst der Weibchen buhlen, ihre leuchtenden Hinterteile in die dunkle Nacht strecken und den Waldrand in ein Zauberland verwandelt. Ein großer Zweig schnalzt zurück, als jemand unvorsichtig ist und sofort wieder völlige Dunkelheit. Doch nach und nach blitzen wieder die titiwai auf. Ein Schauspiel, das in der Paarungszeit Nachtwanderer anlockt und restlos begeistert.


Pack‘ die Wanderschuhe ein
Natürlich wäre es schade, Wanderungen in Neuseeland auf mondlose Nächste zu beschränken. Und auch von der Luxuslodge Bay of Many Coves aus, ziehen die meisten Gäste doch eher tagsüber los. Zumal diese Gegend bei Marlborough zu den sonnenverwöhntesten Neuseelands gehört. Das Schöne dabei ist, dass Nord- und Südinsel für jedes Fitnesslevel und jeden Geschmack die passende Tour bereit halten. Es lohnt sich also, das Wandern in den Vordergrund einer Reise zu rücken und mal alleine und mal mit einem ortskundigem Führer loszulaufen. Von hochalpinen Klettertouren bis hin zum entspannten Verdauungsspaziergang ist wirklich alles dabei. Und auch das Klima ist zu jeder Jahreszeit recht angenehm. Nur die Glühwürmchen, beschränken sich auf die wärmsten Monate.
 

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